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Brief an EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos
Montag, 7. März 2011

Nebenerwerbslandwirte vieler Verbände dokumentieren ihre Unterstützung für das Konzept der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2013 in einem Schreiben an den EU Kommissar Dacian Ciolos:

 


Europäische Kommission

Generaldirektion Landwirtschaft und

ländliche Entwicklung

z.Hd. Herrn EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos 130, Rue de la Loi

 

 

B - 1049 Brüssel

 

 

Sehr geehrter Herr Ciolos

 

Wir beglückwünschen Sie zu dem Konzept für eine zukunftsgerichtete, gemeinsame Agrarpolitik nach 2013.

Gerade heute im Zeichen des Klimawandels ist es wichtig, dass eine nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und Klimamaßnahmen erfolgt, sowie die Erhaltung der räumlichen Ausgewogenheit und der Vielfalt der ländlichen Räume.

Wir, die Landesverbände der Landwirte im Nebenberuf und unterzeichnenden Sachverbände, vertreten die kleineren Familienbetriebe in Haupt- und Nebenberuf. Hier im gesamten Deutschland gibt es circa 55% bäuerliche Betriebe im Nebenberuf, die von der Landwirtschaft alleine nicht leben können und somit noch einen Beruf zum Lebensunterhalt ausüben müssen. Aber gerade diese bäuerlichen Familienbetriebe, die oft schon seit Generationen bestehen, erhalten die dörflichen Strukturen. Denn nicht die Großbetriebe schaffen Arbeitsplätze sondern die Kleinbetriebe in der Landwirtschaft.

Besonders in den neuen Bundesländern wird durch die bäuerlichen Familienbetriebe eine Kulturlandschaft geschaffen, die zum Umweltschutz, Landschaftspflege und Erhalt der biologischen Vielfalt beiträgt. Leider werden in den neuen Bundesländer  insbesondere Mecklenburg-Vorpommern die Groß- und landwirtschaftlichen Industriebetriebe gegenüber den Nebenerwerbslandwirte, sowie  kleineren Haupterwerbsbetriebe bevorzugt. Sei es in Bezug auf die Fördermittel oder pachten bzw. kaufen landwirtschaftlicher Flächen von der BVVG, Bund und Landgesellschaft.

Hier in Mecklenburg-Vorpommern gibt es Großbetriebe mit z.B. 30.000 ha pro Betrieb. Da die Nebenerwerbslandwirte überhaupt keine Chance haben landwirtschaftliche Flächen zu pachten oder zu kaufen, haben sie überhaupt keine Möglichkeit ihren Nebenerwerbsbetrieb in einem Familienbetrieb in Haupterwerb umzuwandeln. Es muss deswegen das Bauernhofsterben mit der damit verbundenen Landflucht gestoppt werden.

Unsere Forderung ist daher, eine Kappung der Ausgleichszahlung ab 100.000 € pro Betrieb einzuführen.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung Ihres Konzeptes der GAP ab 2013. Mit unserer Unterstützung können Sie rechnen!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Die Landesverbände der Landwirte im Nebenberuf-

Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Hessen und Thüringen

Die Schafhaltervereinigungen Bayern, Hessen, Rhön, Waldhessen

Die Ziegenzuchtvereine Hessen