Josef Feilmeier, Hofkirchen/Passau

Juni 2010

Ein Beitrag von Josef Feilmeier - Hofkirchen/Passau
Internationale Arbeitsgruppe Futtermittel NON-GVO / Mitglied im VLOG


Liebe Freunde,


derzeit versucht die Saatgutindustrie wieder einmal fieberhaft, uns klar zu machen, dass sie gentechnikfreies Saatgut nicht mehr garantieren kann. Und wie wir es gewohnt sind, werden sie dabei vom Bauernverband kräftig unterstützt. Das ist kein Wunder, denn der Verband der Saatzüchter sitzt mit dem Bauernverband im gleichen Verein, wie auch die Gentechnikkonzerne. Betrachtet man dann noch, wer den Vorsitz dieses Vereins hat, gehen einem auch die letzten Lichter auf. Und schließlich hat der Vorsitzende die Interessen der Mitglieder zu vertreten. (siehe http://fnl.de/fnl/organisation.html).

Aber es ist schwer, jemand hinters Licht zu führen, dem es gerade aufgegangen ist. Diesmal hat man uns unterschätzt. Diese Saatgutkontamination werden wir nicht zulassen und entsprechend reagieren. Bisher galt in Deutschland die Nulltoleranz bei Saatgut und die Züchter konnten es problemlos einhalten. Wenn deutsche Saatzüchter in andere Länder liefern, die eine Gentechnikfreiheit fordern, können sie dies auch, sonst könnte man ja nichts verkaufen. Dann bringt ein Saatzüchter Saatmais auf den Markt, der mit genverändertem Saatgut, das nicht zugelassen ist, kontaminiert ist.

ohne Gentechnik SiegelEin "Wiederholungstäter", denn vor 3 Jahren war es die gleiche Firma. Ein Schelm, der hier an Absicht denkt. Diese Kontamination ist gesetzlich verboten. Aber anstatt hier das Gesetz walten zu lassen, sucht man nach Lösungen, aus dem Gesetzesverstoß eine zulässige Realität zu machen. Man fordert einen Schwellenwert für Saatgut. Im nächsten Jahr mischt man dann noch mehr GVO-Körner dazu und dann steigert man einfach den Schwellenwert. So kommen wir allmählich auch auf 100 % GVO. Und dann erzählt man dem Bürger, dass man alles versucht hätte, aber man konnte es nicht verhindern. Solche unverantwortliche Politiker, Verbände und Funktionäre werden wir künftig meiden.

Ich versetze mich gerade in die Frage, wenn einen Milchviehhalter versehentlich die Milch einer behandelten Kuh in den Milchtank läuft. Kann er dann auch die Molkerei anrufen und fordern: „Meine Milch ist kontaminiert und eine von Ihnen geforderte Sauberkeit ist für mich eine so große Belastung. Das kann ich künftig nicht mehr einhalten. Ihr müsst unbedingt die Nulltoleranz aufheben. Wenn nicht, werde ich mich weigern, weiterhin Milch zu liefern“!!! ☺

Kurzum, wir können uns nur damit helfen, wenn wir künftig alle Saatzüchter meiden, die diese Aufhebung der Nulltoleranz fordern und vor allem den Züchtern nichts mehr abkaufen, die mit Gentechnik liebäugeln. Ich habe in meinem Betrieb bereits reagiert und alle besagten Züchter verbannt. Jede Saatgutsorte jeglicher Frucht ist leicht ersetzbar. Nach der Einführung der Gentechnik gäbe es ohnehin keine Sortenwahl mehr für den Landwirt. Wir haben eine Liste von Saatzüchtern, die sauber arbeiten. Wir nennen euch/Ihnen gern die Namen.

Die Macht muss von unten kommen  -  "Wer zahlt, schafft an"  - packen wir es an.

 
Mit gesunden Grüßen

Josef Feilmeier

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