Betriebsbesichtigungen im Landkreis Freyung-Grafenau im Mai 2010

Betrieb Madl (Biogasanlage) und Barth (Dammwildhaltung mit Selbstvermarktung)

 

Betrieb Madl (Biogasanlage)
Betriebsleiter Madl (gelbes Hemd)
Gülle aus der Rinderhaltung wird vollständig der Biogasanlage zugeführt
Gülle Rinderstall (für Biogasanlage)
Beschickung der Biogasanlage mit Substrat
Tägliche Beschickung der Biogasanlage
Hr. Madl erklärt den Gärprozess
Information zum Gärprozess
MAN Gasmotor
6-Zylinder MAN Gasmotor
Steuerzentrale für Biogasanlage
Steuerzentrale für die Biogasanlage
Die Generation am Madl Hof
3 Generationen am Madl-Hof
Betrieb Barth mit Dammwildhaltung
Metzger Barth Junior verkauft Schafwürste
Selbstvermarktung auf Betrieb Barth
2. v.r. Betriebsinhaber Rudolf Barth

Betrieb Madl Auerbach

Wie alle Jahre unternahm der Bayerische Landesverband auch heuer eine kleine Lehrfahrt im Landkreis Freyung im Bayerischen Wald. Viele Mitglieder sind der Einladung gefolgt.

Man traf sich auf dem Hof der Familie Madl in Auerbach. Madl ist seit 26 Jahre Mitglied beim Verband, war in der Vorstandschaft des Kreisverbandes und besuchte auch immer alle überörtlichen Veranstaltungen. Als rühriges Mitglied hat er wesentlich zum Aufbau des Kreisverbandes sowie des Landesverbandes beigetragen. Leider musste er sich jetzt aus zeitlichen Gründen etwas zurückziehen.

Während andere Kleinbetriebe reihenweise aufgegeben haben, hat die Familie Madl den Sprung nach vorne gewagt. Vom ursprünglich kleinen Nebenerwerbsbetrieb mit 5 ha wurde der Betrieb mächtig aufgestockt. Die Madls bearbeiten durch Zupacht jetzt ca. 100 ha. Es wurde ein moderner Laufstall mit Melkstand für die Milchviehherde gebaut. Madl ist Mitglied einer Mähgemeinschaft mit einem BIG- M Mäher und einem  JD- Schlepper mit drei Mähwerken.

Als Geschäftsführer fährt er selber meist mit dem BIG- M und teilt die Arbeitsabläufe sinnvoll ein, damit keine langen Fahrt- und Wartezeiten entstehen. Außerdem arbeitet er mit dem eigenen Maschinenpark über dem Maschinenring auf anderen Betrieben und übernimmt ganze Arbeitsketten. Der Abschiebewagen ist bei der Siloernte immer sehr ausgelastet. Nicht nur im Dorf, sondern auch in der näheren Umgebung wurde ihm immer wieder Pachtgrund angeboten.

Der Schlechte Milchpreis führte zu langen Überlegungen. Dies führte so weit, dass der Milchkuhbestand nicht mehr aufgestockt wurde. Dies hätte einen Stallanbau bedingt, dieses Risiko wollte Madl nicht eingehen. So hat sich die Familie nach langen Überlegungen dazu entschlossen das überflüssige Futter an eine Biogasanlage zu "verfüttern. Mit viel Eigenarbeit wurde eine Biogasanlage erstellt, die im letzten Jahr in Betrieb ging. Dies leider nicht ohne Lehrgeld zu bezahlen. Der russische 6 Zylinder Belarus Gasmotor verbrauchte zu viel Öl, dieser Fehler konnte nicht behoben werden. Nun wurde ein 6 Zylinder MAN Motor angeschafft, der bringt mehr Leistung und arbeitet zur vollen Zufriedenheit. Die Abwärme wird künftig an die in der Nähe stehenden Hausbesitzer verkauft.

Für den Betrieb der Anlage musste sehr viel technisches Wissen angeeignet werden. Madl Junior ist hauptsächlich der Fachmann für Biogaserzeugung. Die Besucher waren sehr beeindruckt von der Anlage und stellten viele Fragen. Man merkte sehr deutlich, dass Frau Madl, der verheiratete Sohn und die Schwiegertochter mit unendlichem Fleiß und sehr viel Arbeit hinter Betriebsleiter und dem Hof stehen.


Betrieb Barth, Stadl

Nur 1 km entfernt, etwas außerhalb der Ortschaft der Ortschaft Stadl, ist der Nebenerwerbsbetrieb Barth der auf ca. 6 ha Damwildhaltung betreibt. Bereits vor Jahren wurden die 4 Milchkühe abgeschafft und auf Damwild umgestellt. Es werden auf zwei Weiden fremde, nicht verwandte Tierherden gehalten. Auf diese Weise kann ein Zuchthirsch bei Bedarf immer selber herangezogen werden ohne dass die Gefahr für Inzucht besteht. Die Umzäunung ist sehr massiv aus verzinkten Baustahlmatten erstellt worden.

Rudolf Bart, der Senior ist Getränkefahrer, er kennt somit sehr viele Kundschaften und konnte diese auch für das Hirschfleisch begeistern. Somit ist der Direktabsatz gesichert. Er ist Jäger und kann die Tiere auf der Koppel selber abschießen. Der Sohn ist Metzger und verarbeitet die meist jungen Tiere fachgerecht. Einige alljährlich anfallende Alttiere werden zu Hirschwurst verarbeitet. Im früheren Kuhstall wurden ein kleiner, sauberer Schlachtraum und ein Zerlegeraum mit Kühlzelle nach den EU Richtlinien errichtet. Da plötzlich Regen einsetzte, bittete Bart die Besucher in die bereits mit Bänken und Tischen ausgestattete lehre Garage und bot die Möglichkeit der Probe der Hirschwurst.

Da die Wurst vorzüglich mundete, nahmen viele Teilnehmer eine Bayerwaldsalami mit nach Hause. Bei der umfangreichen Betriebsbesichtigung viel auf, dass der Maschinenpark vorzüglich gewartet ist. Der Schlepper wird sogar mehrmals jährlich poliert und glänzt wie neu. Rudolf Bart hatte das Glück, dass sein Sohn ebenfalls "vernarrt" in den kleinen landwirtschaftlichen Betrieb ist. Ebenso steht die Schwiegertochter voll dahinter sodass diesen Betrieb bestimmt nicht aufgegeben wird.